Wir sind GOLD wert
Unter diesem Motto starteten viele Beschäftigte des SKK früh um 9:00 Uhr am SKK zu einer großen Streikdemonstration in die Karlsruher Innenstadt.
„Heute ist kein Arbeitstag, heute ist Streiktag! „riefen die Kolleg*innen, die am 15.3.23 nach den skandalösen „Angeboten“ der Arbeitgeber vom VKA ihre Forderungen mit einem zweitägigen Warnstreik nochmals nachdrücklich auf die Straße bringen.
Milena Zbornik und Lars Hannemann, zwei Beschäftigte aus der Psychiatrie, begrüßten die streikenden Kolleg*innen bei einer Zwischenkundgebung an der Psychiatrie.

Genug geklatscht! Es reicht! Keine leeren Worte mehr! Die Situation in der Psychiatrie lässt nur noch diese Worte zu. So wurden verbindliche Personalvorgaben verschoben bzw. werden nicht eingehalten. Für die Beschäftigten in der Psychiatrie gab es keine der sog. Corona Prämien. Sie sind wie viele andere im Gesundheitsbereich außen vor geblieben.
„Jetzt sollen wir auch noch Sonderopfer leisten. Seit Jahren erbringen wir schon Opfer um Opfer!“ rief Milena und Lars brachte es auf den Punkt: „Die Pflege liegt bereits am Boden, aber wir stehen auf! Jetzt!“

Verstärkung bekam die Demonstration durch streikende Kolleg*innen aus den Karlsruher ViDia Kliniken und den Kliniken in Bruchsal und Mittelbaden, die sich dem großen, bunten Zug anschlossen und somit marschierten über 700 Streikende gemeinsam zum Marktplatz.

ver.di Gewerkschaftssekretär Michael Janus begrüßte die streikenden Kolleg*innen, die für eine bessere Entlohnung auf die Straße gehen.
Die Hauptforderungen der Streikenden sind:
10,5 % mehr Lohn
mindestens 500 Euro mehr
200 € für die Azubis
Sein Fazit:
Unsere Forderungen, insbesondere die Festgelderhöhung für die niedrig bezahlten Berufsgruppen, das ist unser Ziel. Die ATZ muss erhalten bleiben, den TV Zukunftssicherung lehnen wir als dreisten Versuch der Arbeitgeber ab, die Kosten der falschen Sparpolitik der politisch Verantwortlichen auf uns abzuwälzen.
„Es sind schon so viele abgewandert. Wenn wir weiterhin so entlohnt und behandelt werden, dann werden noch mehr gehen und das ganze System bricht zusammen.“ bestätigte eine Krankenhausmitarbeiterin aus KA.
Die Wut der Beschäftigten richtet sich vor allem gegen einen Passus, der auf Wunsch der VKA in den neuen Tarifvertrag aufgenommen werden soll. Er soll es ermöglichen, den Lohn bei wirtschaftlicher Schieflage des KH um 6 % zu kürzen.
Das sei der Augenblick, in dem sie ihren Job am liebsten an den Nagel hängen würde, sagte eine Beschäftigte der ViDia Kliniken.
„Es ist so dreist, einzufordern, dass die Beschäftigten für das bluten sollen, was Politik und Verwaltung versäumen!“, eine weitere Stimme.
Eine Krankenpflegerin des SKK sagte: „Die Wut über das Verhalten der VKA hat mich heute genau hierher getrieben vor das Rathaus, in dem ein Mitglied der VKA residiert, die Stadt Karlsruhe, die von uns aufopferungsvolle Arbeit verlangt aber immer weniger bezahlen will. Das mache ich nicht mehr mit, ich werde kündigen, wenn die so weitermachen, dann sollen sie sich selber pflegen.“
Und eine nebenstehende Kollegin warf ein: „Warum setzt sich die Stadt nicht als Mitglied der VKA dafür ein, dass anständige Löhne bezahlt werden und das Geld dafür von der Bundesregierung eingefordert wird, die mit Milliarden nur so um sich schmeißt für Wirtschaftssubventionen und für Waffen? Die lügen uns doch an, es sei kein Geld da.“
Zukunftssichernd wäre, da sind sich alle einig, auch im Hinblick auf die Zukunft der Pflege und eine gute Daseins- und Gesundheitsfürsorge, wenn die Berufe im Gesundheitswesen endlich die Anerkennung und Wertschätzung erfahren, die ihnen zusteht.
Wenn die VKA und die verantwortlichen Politiker das nicht verstehen wollen, dann heißt es eben wie am 15.3.:
jetzt streikts!


