Hand in Hand gegen Querdenker
Am 17.01.2022 nahm KsF Karlsruhe an der Kundgebung gegen Querdenker am Marktplatz teil. Für unser Bündnis sprach Christina:
Wir sind hier anlässlich der zunehmenden Proteste von Corona-Leugner*innen, dieser Gruppe von Leuten, deren Hauptmerkmale Entsolidarisierung und Verstärkung der Ellbogenmentalität in dieser Gesellschaft sind. Wir hören und lesen von Protesten gegen das Impfen und das Geschrei wegen der angeblich individuellen Freiheitsberaubung durch die Maskenpflicht. Dazu kommt der immer deutlicher werdende und zunehmend dominantere Anteil von Antisemit*innen und rechten Gedankenmüllträgern. Sie sind unübersehbar. Wer mit ihnen läuft, teilt ihre Positionen.
Aber reden wir von anderen, wirklich wichtigen Dingen. Wir erleben aktuell eine Pandemie der Ungleichheit und wir beobachten ein Krisendesaster in diesen letzten Pandemiejahren, das hervorgerufen wird unter anderem
– durch einen Gesundheitsschutz, der mehr die Profite großer Unternehmen forciert als einen wirklichen Infektionsschutz der Bevölkerung,
– durch die Schaffung eines Rettungsschirms für Konzerne, der aber keine Änderung der katastrophalen Arbeitsbedingungen wie z.B. in der Fleischindustrie angeht, obwohl gerade diese einen signifikanten Einfluss auf das Infektionsrisiko haben,
– dadurch, dass die hauptsächlich und am härtesten Betroffenen von Covid die Immun- und Finanzschwächsten in dieser Gesellschaft sind, die Arbeitslosen, die Armen, die in beengten Wohnungen leben, die in prekären Beschäftigtenverhältnissen an den Fließbändern dicht an dicht stehen und arbeiten müssen.
Das Virus trifft eben nicht alle gleichermaßen!
Die Pandemie hat die Ungleichheit in Deutschland verschärft und noch sichtbarer gemacht. Seit April 2020 nahm die Kurzarbeit stark zu und die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg um eine Million! Und nicht nur die nationale, auch die globale Ungleichheit hat zugenommen. Während hier bereits geboostert und jetzt sogar von einer 4. Impfung gesprochen wird, haben die ärmsten afrikanischen Länder einen Impfanteil von 3 bis 4 %. Die großen Pharmakonzerne sitzen hier auf ihren Patenten, während es in armen Ländern keinen Zugang zu Impfstoffen gibt.
Hier wird den Menschen in den sogenannten systemrelevanten Berufen wohlwollend applaudiert, während gleichzeitig weiterhin Kliniken geschlossen werden. Und das, weil sie im Rennen der Markt- und Profitorientierung den daraus resultierenden Konkurrenzkampf verloren haben. Und wieder einmal zeigt sich: Profit geht vor Gesundheit.
Gegen diese organisierte Verantwortungslosigkeit des Kapitalismus setzen wir uns ein für eine grundsätzlich andere Daseinsvorsorge. Sie muss bedarfsorientiert, an medizinischen Kriterien und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet werden.
Wir stellen uns gegen die Pläne der Ampelkoalition, die Kosten der Krise auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abzuwälzen. Kämpfen wir gemeinsam für eine grundsätzliche Änderung an der weltweiten Verteilung des Reichtums und der Ressourcen.
Das setzt aber eine solidarische Haltung voraus. Realitätsverweigerer, Egoistinnen, gar Rechte, Identitäre und Rassist*innen haben da nichts verloren. Alle anderen sind gefragt. Streiten und kämpfen wir für eine andere Realität, von der ein solidarisches Gesundheitswesen und gerechte Lebens- und Arbeitsbedingungen ein Teil sind.


