Laut und klar am See

Bei der Konferenz am 5.Juni in Friedrichshafen am Bodensee waren die Gesundheitsminister der der Länder und des Bundes zusammengekommen, um sich endgültig über die Krankenhausreform (Lauterbachs „Revolution“) abzustimmen. Dabei wollten die Beschäftigten mit Verdi sie nicht alleine lassen und sind von überall her zum Tagungsort am See gekommen. In einer bunten und lauten Demonstration durch die Stadt haben sie deutlich gemacht, was für eine echte Reform nötig ist.

Mit ihrer auch von der überregionalen Presse beachteten Aktion „über die Planken“ hat die Karlsruher Betriebsgruppe am Klinikum dabei Stimmung gemacht, indem sie Pakete mit Aufschriften wie DRG, Profit, Dividende, usw. „über die Planken“ geworfen und ein „Krankenhausreform“ genanntes Paket geöffnet hat, in dem nichts drin war als „Null-Nummer“.

In einer ebenfalls vielbeachteten Aktion während der Kundgebung ging „die Pflege baden – SOS“ im Bodensee. Pfiffe und Buhrufe ernteten die erschienenen Gesundheitsminister Lucha und insbesondere Lauterbach, der die Demonstranten mit den Worten „die DRGs sind abgeschafft“ glatt anlog.

Das Eckpunktepapier – ein Etikettenschwindel

Tage später, am 10.7., haben sich die Gesundheitsminister geeinigt. Das Eckpunktepapier von Bund und Ländern stellt zwar eine Verbesserung gegenüber den Vorschlägen der Regierungskommission dar. Die vereinbarten Eckpunkte beinhalten aber weder eine Überwindung des Fallpauschalen-systems noch die notwendige Entökonomisierung der Krankenhäuser. Auf was sich hier geeinigt wurde, ist keine Revolution, sondern ein Etikettenschwindel.

Hier die detaillierte Bewertung von Krankenhaus statt Fabrik:

https://www.krankenhaus-statt-fabrik.de/53233

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